Aktuelles Region Süd Archive - Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Seit mehr als 20 Jahren ist die Band um den Essener Pianisten Meinhard Siegel auf den unterschiedlichsten Bühnen zu hören. Dabei spielt der Kern der Gruppe bereits seit über 30 Jahren zusammen. Vermutlich ist das der Grund für diesen homogenen, beinahe schwerelos wirkenden Sound der Band.

Zwar wird die Gruppe oft als Jazzband bezeichnet, doch trifft diese Umschreibung nicht die eigentliche Intention der Musiker. Zu unterschiedlich sind die musikalischen Einflüsse die sich im Repertoire der Band wiederspiegeln.

Der größte Teil des Programms stammt dabei aus der Feder des Bandleaders Meinhard Siegel. Die Tatsache, dass er drei Monate des Jahres in der Einsamkeit der schwedischen Wälder lebt, spiegelt sich unmittelbar in seinen Kompositionen wieder: Mal heiter und beschwingt, mal melancholisch und verträumt, mal liedhaft und verspielt – eben typisch skandinavisch.

Nach mehr als 350 Konzerten in Deutschland und Schweden hat die Band 2017 ihre erste CD „Under Värmlands Sky“ aufgenommen. Neben Stücken aus der CD spielt das Quartett live selbstverständlich auch aktuelle Kompositionen.

Wie viele Künstler konnten die vier Musiker aus Essen durch die Corona-Krise monatelang nicht öffentlich auftreten. Umso schöner, dass das erste Konzert am 16. August um 18.00 Uhr sie nun nach Gütersloh in die Martin-Luther-Kirche führt.

Laden Sie sich vorab ein Anwesenheitsformular für die Veranstaltung aus und bringen es ausgefüllt zum Konzert mit. Download >> Anwesenheitsformular_MLK

 

Das Meinhard Siegel Trio +
Meinhard Siegel                Piano
Heribert Horstig                Gitarre
Theo Giebels                    Bass
Andreas Küster                Drums

www.meinhard-siegel-trio.com

 

 

 

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Predigt über Johannes 9,1-7

Liebe Leserin, lieber Leser,
als Predigttext ist für den heutigen Sonntag ein Abschnitt aus dem Johannesevangelium vorgeschlagen: Die Geschichte von der Heilung des Mannes, der blind geboren wurde.*

1 Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war.
2 Da fragten ihn seine Jünger: »Rabbi, wer hat Schuld auf sich geladen, sodass er blind geboren wurde – dieser Mann oder seine Eltern?«
3 Jesus antwortete: »Weder er selbst hat Schuld auf sich geladen noch seine Eltern. Er ist nur deshalb blind, damit das Handeln Gottes an ihm sichtbar wird.
4 Wir müssen die Taten vollbringen, mit denen Gott mich beauftragt hat, solange es noch Tag ist. Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.
5 Solange ich in dieser Welt bin, bin ich das Licht für diese Welt
6 Nachdem er das gesagt hatte, spuckte er auf den Boden. Aus dem Speichel machte er einen Brei und strich ihn dem Blinden auf die Augen.
7 Dann sagte er ihm: »Geh und wasche dich im Wasserbecken von Schiloach
Der Mann ging dorthin und wusch sich.
Als er zurückkam, konnte er sehen.

„Ich sehe was, was du nicht siehst…“ Erinnern Sie sich noch an dieses Kinderspiel?
Meist ging es darum, Dinge in bestimmten Farben zu erraten.
Mir kommt es so vor, als würde der Evangelist Johannes gerade dieses Spiel spielen, als er die Begegnung von Jesus und dem Blindgeborenen erzählt. Allerdings geht es ihm nicht um Farben, sondern um ganz anderes.

Lassen wir uns mal auf das Spiel ein und hören Johannes zu dem Blinden sagen:
Ich sehe was, was du nicht siehst, du namenloser Blindgeborener: Jesus kommt und sieht dich in deiner Bedürftigkeit, in deiner dunklen Welt. Du bist angesehen von Gott. Kein Wunder, denn Gott hat ein besonderes Auge auf die, deren Augen verschlossen sind.

Ich sehe was, was Ihr nicht seht, liebe Jünger!, setzt Johannes das Spiel fort. Ich sehe einen Blindgeborenen in seiner Not – und Ihr seht ihn nur, um die Schuldfrage zu diskutieren: Wer ist schuld daran, dass er blind ist? Wer hat gesündigt: Seine Eltern? Er selbst? Und die Blindheit – eine Strafe Gottes?

Selber schuld – höre ich auch heute:
Wenn ein Motorradfahrer verunglückt – selber schuld!
Wenn ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer versinkt – selber schuld!
Wenn einer mit Covid19 aus Mallorca zurückkommt und schwer erkrankt – selber schuld!
So machen wir es uns leicht: Selber schuld! Ich bin nicht weiter zuständig.

Johannes sagt: Ich sehe was, was Ihr nicht seht. Ich sehe einen, der sich nicht aus der Verantwortung redet, sondern handelt. Ich sehe Jesus, der tut, was hilft: Spucke drauf!

Das findest du eklig? – Dann denk doch mal zurück, wie es damals war. Als du noch ein Kind warst und hingefallen bist und dein Knie tat dir weh. Mutter wusste, was gegen den ersten Schmerz half: Spucke drauf! Das ist doch genau das, was wir in der Not als erstes brauchen: Dass sich uns jemand liebevoll zuwendet. Seht, wie das hilft!

Und Johannes spielt sein Spiel weiter: Und ich sehe noch was, was Ihr Jünger nicht seht: Jesus bringt Licht, ja er ist das Licht. Und so heilt er.
Gott macht Blinde sehend, den Blindgeborenen und euch.

Und Ihr könnt Licht auf eurem Weg sehen und losgehen und neue Möglichkeiten entdecken für euer Leben, für eure Zukunft.

Irgendwie sind wir Menschen ja alle Blindgeborene. Wir brauchen andere, die uns helfen, die Welt zu sehen: Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, gute Freundinnen und Freunde und viele weitere Menschen. Auch der Glaube ist so eine Sehhilfe, um die Welt besser zu erkennen.

Ich sehe noch etwas, was Ihr nicht seht, höre ich Johannes sagen.
Ich sehe, wie blind Ihr seid, die Ihr euch für so klug und hellsichtig haltet. Ich sehe eure Blindheit gegenüber der Not der anderen.

  • Ihr seht weg, wenn Menschen in unserem Land wie Arbeitssklaven gehalten werden, wenn Tiere gequält werden, nur damit billiges Fleisch in Unmengen zur Verfügung steht.
  • Ihr seht weg, wenn die Schöpfung leidet unter eurem eigenen Konsumverhalten.
  • Ihr seid blind gegenüber der Not vieler Kinder, die grausames in ihren familiären Zusammenhängen erleben, seht nicht hin, hört lieber weg.

Dennoch: Gott sieht hin – und sieht auf euch, möchte euch die Augen öffnet, damit ihr lernt, genau hinzusehen – und dann auch handelt.
Gott sieht uns an. Wer darauf vertraut, wird sehend, lernt neu, sich und die Welt zu sehen.

Wer sich von Gott angesehen weiß, kann Schluss machen mit dem andauernden Blick auf sich selbst, kann Schluss machen mit der permanenten Selbstoptimierung, kann frei werden und den Blick nach vorne richten. Sieht was, was andere nicht sehen.

Wer sich von Gott angesehen weiß, kann die Aufgaben erkennen, die sich ihm und ihr stellen, die Verantwortung für die anderen und für die Schöpfung, für „Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“, wie es im Wochenspruch heißt.

Ich sehe was, was du nicht siehst: Im Vertrauen auf Gottes Angesicht werden Blinde sehend.
Ich sehe was, was du nicht siehst – und das verspricht neues Leben für dich und die Welt!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.


Fürbitten

Lebendiger Gott, du siehst uns an
und wir sind angesehen in deinen Augen.

Wir bitten dich für alle körperlich blinden Menschen,
lass sie Hilfe und wenn möglich Heilung erfahren.

Wir bitten dich für alle, die im übertragenden Sinn blind sind,
sei es aus Angst vor der Wirklichkeit,
sei es aus Selbstzufriedenheit und Ignoranz.
Gib ihnen die Kraft, ihre Augen zu öffnen
und hinzusehen.
Gib ihnen den Mut, neue Wege zu gehen.

Wir bitten dich für uns selbst,
dass wir dir vertrauen
und mit offenen Augen und wachen Sinnen
durchs Leben gehen.
Dass wir die Aufgaben wahrnehmen,
die sich uns zeigen,
und Verantwortung übernehmen
für die Welt und deine Schöpfung.

 

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 

Amen.

Ihr Pfarrer Michael Frentrup

 

*Übersetzung der BasisBibel
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