Andachten / Impulse Archive - Seite 15 von 20 - Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Liebe Gemeinde!

Jubilate, so heißt dieser Sonntag und der Name ist Programm: Jubelt, seid fröhlich, freut euch des Lebens, das Gott euch schenkt.

 

Der Beter des 66. Psalms spricht:

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

 

Ja, liebe Gemeinde, Gott wollen wir loben in diesen Tagen, in denen der Frühling mit Macht Einzug hält und die Natur geradezu ‚explodiert‘. Zugleich aber hat sich in diesem Jahr die Corona-Pandemie wie ein dunkler Schleier über die ganze Welt gelegt. Verunsicherung, Angst, Sorge angesichts der weiterhin steigenden Zahl der Infizierten und Trauer um die vielen Verstorbenen bestimmen das Leben und das Zusammenleben auf Abstand. Fröhliche Konfirmationsgottesdienste mit großer Teilnehmerzahl, wie sie an diesem Sonntag für gewöhnlich landauf, landab gefeiert werden, sind auf später verschoben worden.

In der Krise fragen wir verstärkt nach Halt und Trost. Der für den heutigen Sonntag vorgeschlagene Predigttext gibt Antwort.

Im 15. Kapitel des Johannesevangeliums heißt es:

Jesus spricht:

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

 

Vor einigen Jahren besuchte ich eines der Weingüter im weltbekannten nordkalifornischen Sonoma-Tal. Während ich mit Genuss verschiedene Weine verkostete, fragte ich den freundlichen Herrn hinter der Theke nach dem Grund für die hervorragende Qualität der Abfüllungen.

Antwort 1: „Das Wissen und das Können des Winzers und aller seiner Mitarbeitenden trägt ganz wesentlich dazu bei, dass nur erstklassige Weine den Weg in die Flaschen finden. Viel Arbeit ist nötig bis zum fertigen Produkt. Vor jeder Saison müssen alle Weinstöcke sorgsam zurückgeschnitten werden. Und sobald sich die ersten Trauben gebildet haben, werden größere Weinblätter entfernt, damit die Früchte nicht zu sehr beschattet sind, sondern ausreichend Sonne tanken und Süße entwickeln können. Nach der Lese sind dann etliche weitere Arbeitsschritte nötig und auch viel Geduld.“

Antwort 2: „Die Bodenbeschaffenheit und die Witterungsbedingungen sind entscheidend für die Qualität eines Weines. Das Sonoma-Tal gehört zu den weltbesten Lagen.“

Antwort 3: „Unsere Weine werden aus Trauben von alten Weinstöcken gekeltert. Es findet keine künstliche Bewässerung statt. Die Wurzeln der knorrigen Stämme reichen tief hinab ins Erdreich. Die Pflanzen müssen sich quälen, um an das lebenswichtige Nass zu gelangen. In den Trauben sammelt sich nur wenig Flüssigkeit an. Sie bleiben klein, aber entwickeln so ein besonders intensives Aroma.“

 

Jahrhunderte zuvor sprach Jesus zu seiner Zuhörerschaft: Genau solch ein Weinstock bin ich für Euch, die Reben. Tief wurzele ich im Boden, im Grund allen Seins. Mein und auch euer himmlischer Vater sorgt für uns. Er ist es, der uns das Leben ermöglicht, es erhält und vollendet. Er lässt wachsen und gedeihen und reifen. Untrennbar bin ich verbunden mit ihm und ihr durch mich. Denn ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Ich habe mich gequält und ich wurde gequält um euretwillen. Alles habe ich gegeben für euch, am Ende sogar mein Leben, auf dass ihr wisst: Es gibt keinen Ort, an den ihr sagen müsst, niemand ist da, der uns nahe ist und uns hilft und beisteht. Niemals und nirgendwo sei ihr verlassen und allein, nicht in Angst und Leid, nicht im Sterben und im Tod. Ich bin und bleibe bei euch allezeit. So bleibt auch ihr bei mir und an mir wie die Trauben am Weinstock. Ich bin derjenige, der euch hält und nährt mit Hoffnung und Liebe. Ohne mich könnt ihr nichts tun. Durch mich fließt euch zu, was ihr nötig habt im und zum Leben, nämlich Mut und Kraft in Zeiten der Not, der Anfechtung und Zweifel, Besonnenheit im Reden und im Tun, Güte und Liebe im Umgang miteinander und ein positiver Blick nach vorn mit nie versiegender Zuversicht dank eines festen Vertrauens in Gott und seinen guten Willen mit uns Menschen.

 

Mit Worten von Cornelia Napierski lasst uns beten:

Ewiger Gott,
ein erfülltes Leben möchte ich führen
voller guter Gaben und Möglichkeiten
in fester Beziehung
eng verwurzelt in dir
verbunden wie Weinstock und Reben
ich will dranbleiben am Strom des Lebens
dir immer mehr Raum in meinem Herzen geben
deine Liebe und Zuwendung annehmen
mich dir überlassen
damit du mich nährst und aufbaust
mich mit Kraft und Fülle beschenkst
du gibst mir festen Halt und neuen Mut
in sich verändernden Zeiten
in Verbundenheit mit dir kann ich
wachsen und reifen
frei atmen
vertrauensvoll in eine ungewisse Zukunft aufbrechen
deine Liebe und Zuwendung weitergeben
vernetzt mit dir und den Mitmenschen
kann Leben gelingen
und reiche Frucht unter den Menschen bringen.

Amen.

Bleiben Sie wohl behütet!

Ihr
Pfarrer Eckhard Heidemann

 

 

Foto by Waldili_pixelio

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Nähen Sie auch schon? Immer mehr Menschen entdecken das Nähen für sich. Ist ja jetzt auch mehr Zeit als sonst dafür. Genäht wird nicht irgendetwas. Genäht wird ein Tuch für Nase und Mund. Die eigene und die Gesundheit der anderen soll besser geschützt werden. So die Theorie und hoffentlich auch die Praxis. Corona fordert von uns nicht nur die gebotene Zurückhaltung und Distanz, sondern jetzt auch handwerkliches Geschick mit Nadel und Faden und Kreativität. Wäre doch langweilig, wenn alle die gleichen und grauen Tücher vor Mund und Nase hätten. Einige verwenden bunte oder bedruckte Stoffe, andere schreiben auf die Tücher, worum es geht: „Safety first“ oder „Save the live“. Ein Tuch vor Mund und Nase kann Leben retten.

Ein besonderes Tuch hängt zurzeit über dem großen Kreuz in der Apostel­kirche. Mit der Corona-Pandemie hat das nichts zu tun. Und doch geht es bei diesem Tuch auch um die Bewahrung des Lebens. Es hängt in der Osterzeit über dem Kreuz und erinnert an das von Jesus in seinem Grab zurückgelassene Tuch nach seiner Auferstehung. In unserer Kirche ist es wie ein Bekenntnis: Christus wurde gekreuzigt, am dritten Tag auferweckt und hat das Totentuch hinter sich und zurückgelassen. Er lebt und auch wir werden leben.

Der 26. April 2020 ist der Sonntag vom guten Hirten. Die Texte, die für die Gottesdienste an diesem Tag vorgesehen sind, erzählen in einem Bild von Jesus als dem guten Hirten, der bewahrt und schützt; der durch dunkle Täler und an frisches Wasser führt; der bereit ist, sein Leben für die Bewahrung des Lebens der ihm anvertrauten Geschöpfe zu geben, egal wie schmerzhaft das für ihn selber ist. Seine Aufgabe als guter Hirte hat ein Ziel: „Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“

Das Tuch über dem großen Kreuz in unserer Kirche: Es erinnert an die Bewahrung unseres Lebens. Unsichtbar steht auf ihm geschrieben „Save the live“: Schütze das Leben - dein Leben; vertraue dem guten Hirten. Er führt dich durch dunkle Täler. Gutes und Barmherzigkeit werden dir folgen dein Leben lang. Du wirst in seinem Hause immer bleiben.

In den kommenden Wochen werden immer mehr Menschen ein Tuch vor Mund und Nase tragen. Es wird zu einem dauerhaften Begleiter in unserem Alltag werden. Mit ihm will ich das Leben schützen. Mit ihm will ich auch an das weiße Tuch über dem Kreuz in unserer Kirche denken und mich erinnern: Der Herr ist auferstanden. Er bewahrt mein Leben.

 

Gebete und Texte für den Sonntag vom guten Hirten

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Evangelium nach Johannes 10 i.A.

Christus spricht:
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,
wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.

 

Predigttext 1. Petrusbrief 2, 21-25

Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen,
dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen;
er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;
der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte,
nicht drohte, als er litt,
es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet;
der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz,
damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.
Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Denn ihr wart wie irrende Schafe;
aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Fürbitten

Jesus, du bist der gute Hirte,
der uns durch das Leben führt und es bewahrt.
Wir bitten dich.

Viele Menschen in unserem Land und in der ganzen Welt sind erkrankt.
Für sie bitten wir dich: Herr, erbarme dich.

Viele Menschen sterben in diesen Wochen. Angehörige verzweifeln.
Für sie bitten wir dich: Herr, erbarme dich.

Ärzte und Pflegerinnen sorgen sich um die ihnen anvertrauten Menschen.
Viel Arbeit und Verantwortung lastet auf ihnen.
Für sie bitten wir dich: Herr, erbarme dich.

Verantwortliche in Regierung und Wirtschaft haben weitreichende Entscheidungen zum Wohl der Menschen zu treffen.
Für sie bitten wir dich: Herr, erbarme dich.

Seit Wochen regnet es nicht mehr. Die Böden sind ausgetrocknet.
Bäume und Pflanzen können nicht gedeihen oder drohen abzusterben.
Wir bitten dich: Herr, erbarme dich.

Nach wie vor müssen Menschen ihre Heimat wegen Krieg oder Hunger verlassen.
Für sie bitten wir dich: Herr, erbarme dich.

Jesus, du bist der gute Hirte,
der uns durch das Leben führt und es bewahrt.
Wir beten mit deinen Worten:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

______________________________________________

Pfarrer Christian Feuerbaum

Apostelkirche
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Back to top