Neues vom Zukunftsprozess - „Umsetzung gestalten - Wie geht es weiter? Machen Sie mit?“ - Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Baustelle:  Gemeinde mit den Menschen

 

Rund zwei Jahre sind wir dabei, für die zukünftige Gestalt der evangelischen Kirche Entscheidungen herbeizuführen. Jetzt treten wir in die Umsetzungsphase ein. Wir haben uns mit dem Fokusmodell für eine neue Struktur der Kirchengemeinde entschieden, die mit einer Schwerpunktsetzung einhergeht. Das erfordert einen Umbau der Gemeinde.

Umbauen heißt leider auch, dass manches abgebaut wird. So werden etliche Gemeindeglieder ihre vertraute Kirche verlieren und betrauern. Sie werden sich auf den Weg machen, zukünftig andere Orte zu finden. Das geschieht bereits. Aber auch die Gemeindeglieder, deren Kirchen erhalten bleiben, werden sich auf grundlegende Veränderungen einstellen.

Zum Fokusmodell gehört einerseits:  Die Bereiche Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren, Stadtkirchenarbeit und Kirchenmusik werden zu Schwerpunkten an drei Gemeindezentren und dem CVJM Haus ausgebaut:

Eine Jugendkirche oder eine Familienkirche wird sich verändern. Die Konfi- und Jugendarbeit sowie der kirchliche Unterricht wird zukünftig schwerpunktmäßig in der Erlöserkirche und CVJM-Haus stattfinden. Was ist das, eine Jugendkirche? Jugendliche werden eine Vorstellung davon haben, Hauptamtliche und Ehrenamtliche wollen diese miteinander umsetzen. Die Kinder- und Familienarbeit wird sich an der Matthäuskirche und in den Kindertageseinrichtungen konzentrieren. Wir wissen um die Vielgestalt von Formen, in denen Menschen sich verbindlich umeinander kümmern. Was bedeutet das für unseren Familienbegriff? Auch ist zu klären, was Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendarbeit bzw. Familienarbeit sind. Neben diesen konzeptionellen Fragen werden Teams aus den bisherigen Arbeitsbereichen zusammenkommen und man wird gemeinsam überlegen und konkrete Konzeptionen entwickeln. Auch hier freuen wir uns über Ihre Überlegungen.

Wo finden Menschen, die allein leben ihren Ort? Vielleicht in der Martin-Luther-Kirche, die zukünftig als Alltagskirche dienen soll. Wie soll diese Alltagskirche aussehen? Damit beschäftigt sich die Stadtkirchenarbeit bereits. Sie aktualisiert das Raumnutzungskonzept, fragt nach der Vision für die Martin-Luther-Kirche mittel – und langfristig, erhofft sich einen Beschluss durch das Presbyterium zum Raumnutzungskonzept, um dann - bei vorhandenen finanziellen Mitteln - dieses umzusetzen. Lassen Sie ihre Vorstellungen mit einfließen! Für die Seniorenarbeit stellt sich die Frage nach dem zukünftigen Verhältnis von zentralen und dezentralen Angeboten.

Andererseits ermöglicht das Fokusmodell: Wir nehmen  strukturell Menschen in den Blick, die wir bislang noch zu wenig wahrgenommen haben. Vielleicht gehören Sie, die Sie diese Zeilen lesen, dazu. Vielleicht denken Sie:  Ich komme hier nicht vor. Neben den vielen Aufgaben, die jetzt in den Gremien des Presbyteriums anstehen und schon in Arbeit sind beschäftigt uns sehr die Frage, wie wir Menschen wirklich beteiligen bei diesem Umbau der Gemeinde.

Beteiligung kann in unterschiedlichen Formaten stattfinden. Vorformen der Beteiligung sind die transparente Information über Vorhaben und die ehrliche Bitte um Beratung durch die beteiligten Personen. Weitreichendere Beteiligungsformen beinhalten, Entscheidungskompetenzen, teilweise oder ganz, abzugeben. Mit diesem dritten Punkt wird sich das Presbyterium bei seiner nächsten Klausur am 25. März, neben anderen Themen, auseinandersetzen. In der Steuerungsgruppe wurde bereits lebhaft kontrovers diskutiert. Welche Erwartung an Beteiligung haben Sie? Woran möchten Sie sich beteiligen? Teilen Sie uns Ihre Wünsche mit! (zukunftsprozess@ekgt.de)

Wir wollen Menschen beteiligen, die sich für ein Thema interessieren. Oder solche, die eine Expertise für das jeweilige Thema haben. So sprechen wir Menschen diesbezüglich an, sofern sie uns bekannt sind und nicht bereits aktiv mit im Boot sitzen. Viele Ehrenamtliche sind schon beim Umbau dabei.

 

Es ist uns jedoch auch ein Anliegen weniger für die Menschen als mit den Menschen unsere Gemeinde umzubauen. Das ist das Schwierigste. Hier beschäftigen uns viele Fragen

  • Wie gestalten wir das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen von Gemeindearbeit in den unterschiedlichen Regionen?
  • Wer verantwortet die Schwerpunkte? (Pfarrdienstliche, Hauptamtliche?)
  • Wie werden Konzeptionen entwickelt?
  • Wer ist mit dem Thema befasst? Im Stadtteil? In der Stadt? Wen möchten wir in den Blick nehmen?
  • Wer wird beteiligt? Welche Wirkung hat Nicht-Beteiligung?
  • Wie binden wir bestehendes Engagement in den Schwerpunkten bei der Entwicklung der jeweiligen Konzeptionen ein?
  • Wie kommen die verschiedenen Gemeindegruppen mit gleichen Themen in Kontakt? Einheit in Vielfalt

 

Für Antworten brauchen wir auch Sie und Ihre Lust Gemeinde zu leben. Denn neben den Schwerpunkten kann und soll an den Zentren wie auch an anderen Orten geistliches wie geselliges, gemeinschaftliches Leben stattfinden. Es gibt schon Menschen, die sich auf den Weg machen. Sprechen Sie uns an!

Für die Prozessgruppe Zukunft

Susanna Matt-Windel

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