Nachtsanggeläut - Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Auszeichnung Immaterielles Kulturerbe – Nachtsanggeläut in Gütersloh

 

 

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh und das Glöckerteam sind stolz mitteilen zu dürfen, dass im Jahr 2025 das Gütersloher Nachtsanggeläut als Teil des Kulturgutes “Glockenguss und Glockenmusik” in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes im Rahmen des UNESCO-Übereinkommens aufgenommen wurde.

Mehr Infos zum immateriellen Kulturerbe gibt es hier.

Foto (von rechts): Pfarrerin Wiebke Heine, Claus Wiemann, Dr. Barbara Rohden, Christoph Muskat, Anke Wiemann, die Techniker von MMC Gütersloh, Frauke Großer und Ailyn Ewerszumrode.

Foto: Die Glocke / W. Hein Hier noch mal zusammen mit Bürgermeister Matthias Trepper (rechts im Bild).

Allgemeines zum Nachtsanggeläut

Ein lebendiges Stück Tradition – das Nachtsanggeläut in der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh.

In Gütersloh gibt es eine Besonderheit, die es deutschlandweit nur noch hier gibt: das Nachtsanggeläut. Jährlich vom Reformationstag am 31. Oktober bis zu Mariä Lichtmeß am 02. Februar ertönen die Glocken jeden Samstagabend von der Martin-Luther-Kirche in der Innenstadt und erinnern an eine jahrhundertealte Praxis, die einst in vielen Städten verbreitet war. Ursprünglich diente das Nachtsanggeläut als Signal zum Schließen der Stadttore, zum Beginn der Nachtruhe oder auch als Hinweis auf die abendliche Andacht.

Heute hat es seine ursprüngliche Funktion zwar verloren, doch es ist zu einem besonderen Klangzeichen der Stadt geworden – ein hörbares Stück Geschichte, dass bis in unsere Zeit lebendig geblieben ist.

Mit dem Nachtsanggeläut bewahrt Gütersloh ein einzigartiges kulturelles Erbe und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.

Termine Nachtsanggeläut

Martin-Luther-Kirche

In Gütersloh wird das Nachtsanggeläut in der dunklen Jahreszeit zwischen dem Reformationstag am 31. Oktober und Mariä Lichtmeß am 02. Februar regelmäßig geläutet:

an jedem Samstagabend um 19 Uhr sowie am

24.12. um 19 Uhr

25.12. um 5 Uhr

In 2025 zusätzlich am 25.12.2025 um 19 Uhr!

31.12. um 23 Uhr

Zusatzinfo:
An jedem Advents SAMSTAG von 18.45 bis 19.00 Uhr, also eine viertel Stunde vor dem Nachtsanggeläut, adventliche Musik mit den Turmbläsern.
29.11. Bläserchor Blankenhagen
06.12. Posauenchor Stadtmitte
13.12. Bläserchor Erlöserkirche
20.12. Posaunenchor des Ev. Stifts-Gymnasiums
25.12. Bläserchor Blankenhagen

In 2025 gab es im Rahmen des Stadtjubiläums Gütersloh eine Besonderheit: Das Nachtsanggeläut wurde mit Unterstützung durch die Ev. Stiftung am 15.11.2025 um 19:00 Uhr LIVE aus dem Glockenturm in die Kirche übertragen. Die Techniker von MMC Gütersloh haben hervorragende Arbeit geleistet.

Bei der jährlichen Veranstaltung “Auf’n Glühwein mit den Glöcknern” konnten sich die Gäste ab 18:30 Uhr mit Glühwein & Punsch ausgeschenkt von der Stadtkirchenarbeit auf den Abend einstimmen lassen. Der Eintritt war frei!

Die Glöckner*innen

Dr. Barbara Rohden (geb. Heller), Glöcknerin seit 1971

Anke Wiemann, Glöcknerin seit 2019

Claus Wiemann, Glöckner seit 2018

Christoph Muskat (geb. Wiemann), Glöckner seit 2020

Geschichte des Nachtsanggeläuts

Das Gütersloher Nachtsanggeläut ist seit 1790 urkundlich belegt. Es wird -abgesehen von den Kriegszeiten- seitdem regelmäßig durchgeführt. Geläutet wird in der dunklen Jahreszeit ab dem 31.10.(Reformationstag) bis zum letzten Samstag vor dem 2.2. (Maria Lichtmess) immer samstags um 19.00 Uhr, zusätzlich am 24.12, 25.12. und an Silvester.

Drei Bronzeglocken, gestimmt im C-Dur-Dreiklang C-E-G, werden von der Glöcknermannschaft geläutet. Das Geläut besteht aus 5 bis 6 Teilen, die je ganz eigene Melodiefolgen haben. Diese sind in einem Grundgerüst festgelegt, innerhalb dessen der jeweilige Glöckner aber Improvisationsmöglichkeiten hat. So läßt sich mit etwas Übung sogar die persönliche „Handschrift“ der Glöckner erkennen.

Insgesamt dauert das Geläut eine Dreiviertelstunde, ist somit außergewöhnlich facettenreich und umfangreich. Dabei erklingt auch eine sehr alte Glocke, gegossen 1484 (gestimmt auf E), mit einem außergewöhnlich reichen Klangspektrum. Die beiden anderen Glocken (in C und G) sind Nachgüsse von 1947, hervorragend abgestimmt auf den Gesamtklang.

Die Glöckner sind eine ehrenamtliche Gruppe, die sich stets über interessierte Gäste freut. Dazu wird wegen des beschränkten Platzes um eine Voranmeldung gebeten.

Galerie/Eindrücke vom Glockenturm

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