Martin-Luther-Kirche
Durch den Einbau des Vestibüls sinkt die Kapazität des Kirchenraums von rund 1.000 auf 757 Plätze. Davon entfallen 316 Plätze aufs Erdgeschoss – 286 auf Stühlen, 30 auf Bänken. Aus dem Hauptschiff kommen alle Bänke raus, in den beiden Seitenschiffen bleibt vom älteren, historischen Gestühl lediglich beidseitig eine Wandreihe – Forderung des Denkmalamtes.
Der Boden wird grunderneuert. Die knarzenden Bretter kommen raus, auch um das Verlegen einer Fußbodenheizung zu ermöglichen. Danach kommt Stein oder Parkett darüber. Die Kirche werde eine Grundwärme von 16 Grad haben, somit auch im Winter angenehm sein. „Die Zeit des Frierens und der Winterschließung ist vorbei“, freut sich Heine. Zu Veranstaltungen werde auf 21 Grad geheizt. Luftheizungen ergänzen das System. Vor die Fenster setzt man innen eine isolierende Scheibe, ohne Wirkung und Lichteinfall zu verändern.
Der Altarraum wird auf ein einheitliches Niveau von 45 Zentimetern gebracht. Die vorderen Stufen bleiben, werden aber durch eine spezielle Stelenkonstruktion barrierefrei. Die weiteren Stufen hinten werden geebnet, der Boden dort gesenkt, um die Fläche auf dieselbe Höhe zu bringen. Dadurch, so Heine, werde auch der Altarraum flexibler nutzbar sein, etwa für die Auftritte von Bachchor oder Bands. Die Prinzipalstücke wie Kanzel, Altar und Taufstein kommen auf Rollen, werden mobil. Auch das schaffe Platz.
Zur Empore mit Orgel und den Bänken und Stühlen wird es nur noch einen Aufgang geben, den rechten. Der Bereich mit Toilette und Lager auf der anderen Seite wird umgestaltet, der Emporenaufgang verschwindet, die Toilette gemäß dem vorliegenden Plan ebenfalls. Das ermöglicht den Einbau eines elektrisch unterstützten Lager- und Hubsystems.
Der hintere Zugang zur Kirche entfällt, die Rampe wird demontiert. Stattdessen wird für Mobilitätseingeschränkte ein neuer Zugang samt Rampe an die rechte Außenseite der Kirche angedockt. Die Tür gibt es bereits, die Rampe nicht. Heine und Geldner sagen, das Bauwerk sei unscheinbar, es werde den Blick auf das Kirchenäußere nicht beeinträchtigen.
Stichwort Anbau: Diese Option hatte die Gemeinde früh verworfen. „Für den Denkmalschutz war das ein No-Go“, sagt Heine. Auch das Pättken wäre betroffen gewesen. Abschied nahm die Gemeinde auch von der Idee, den Vorplatz umzugestalten, um sich sichtbarer zum Berliner Platz zu öffnen. Dafür fehle im Augenblick schlichtweg das Geld.