Vesperkirche, Gütersloh - Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Anfang Februar bitten die Veranstalter zu Tisch. Wegen der Heizkosten ist die Veranstaltung auf eine Woche beschränkt – aber die hat es in sich.

Vom 5. bis zum 12. Februar wird die gewärmte, umgestaltete Martin-Luther-Kirche geöffnet sein.


Nur acht Tage, eine Woche kürzer als sonst. Aber diese acht Tage haben es nach Angaben der Organisatoren in sich.

Denn: Die Vesperkirche beschränkt sich dieses Mal nicht auf die Mittagszeit plus einiger Abendveranstaltungen. Stattdessen ist ein Programm eingestielt, das sich über den kompletten Tag erstreckt, von frühmorgens bis spätabends: Es gibt Frühstück, Mittagessen, Kaffee/Kuchen, Abendbrot, alles gratis, alles von ehrenamtlichen Helfern serviert, die sich über das Vesperkirchen-Portal für Dienste eintragen können. Dazu etliche Kulturveranstaltungen und weiteres Begleitprogramm.

 


- Die Vesperkirche wird durchgehend von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet sein, außer am Eröffnungs- und Schlusstag.

- Frühstück (Brötchen/Aufschnitt/Kaffee/Tee) gibt es von 7.30 bis 10 Uhr, Mittagessen (zwei Gerichte zur Auswahl) von 12 bis 13.30 Uhr, Kuchen ab 15 Uhr, Abendessen ab 18 Uhr.

 


- Um die Gäste bewirten zu können, benötigt die Vesperkirche ehrenamtliche Helfer. Das Anmeldeportal für die Helfer ist ab sofort freigeschaltet. Jeder Tag und jede Schicht innerhalb eines Tages lässt sich gesondert anklicken.

- Die Gütersloher Vesperkirche, 2018 die erste in NRW, hat 2021 im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Preis der Bürgerstiftung Gütersloh erhalten.

- Die Vesperkirche ist spendenfinanziert und wird unterstützt von Sponsoren und festen Kooperationspartnern, darunter die Gütersloher Landfrauen, der Wertkreis, die Tafel, die Arbeitslosenselbsthilfe, das Parkhotel.

- Spenden sowie weitere Infos unter www.vesperkirche-guetersloh.de

 


Warum die Änderungen, warum so verdichtet?

„Zunächst, um Heizkosten zu sparen“, sagt Nils Wigginghaus, Mitglied des ehrenamtlichen Organisationsteams. Die Martin-Luther-Kirche, von der Kirchengemeinde wegen der Energiepreise bis einschließlich März in den Winterschlaf versetzt, werde eigens für die Vesperkirche aufgeheizt. Das wisse man zu schätzen, wolle es aber nicht strapazieren.

Zweitens, so Wigginghaus, um einem größeren Interessentenkreis die Möglichkeit zum Besuch der Vesperkirche zu eröffnen. „Viele haben mittags keine Zeit, in die Stadt zu kommen, zu einer anderen Tageszeit aber schon. Vielleicht haben manche auch eher Lust auf Frühstück oder Kaffee und Kuchen, wer weiß das schon? Es ist ein Experiment, wir schauen mal, wie es angenommen wird.“

Drittens erlaube die gestreckte Variante eher, Gästen, die wegen Corona oder anderer Viren zur  Vorsicht neigen, etwas Abstand zu ermöglichen. „Sie können Vesperkirche erleben, ohne dicht an dicht sitzen zu müssen“, sagt Albrecht Waschau. Auch ihnen wolle man die Türen öffnen.

So oder so sind die Organisatoren glücklich, nach zwei Jahren, in denen es Essen und Kontakte nur „to go“ gab, wieder das volle Format anbieten zu können: Gemeinsam an den bunten Tischen sitzen, eine Mahlzeit einnehmen, über Gott und die Welt palavern. Dass es dabei hauptsächlich ums Essen geht, ist nur vordergründig richtig: Vielmehr geht es den Organisatoren darum, Menschen zusammen zu bringen, egal was sie sind, denken  oder glauben.

Die Idee der Vesperkirche, den Gemeinsinn zu stärken, sei wichtiger denn je, sagt Pfarrer Stefan Salzmann, Mitglied im Organisationsteam. „Wir stellen enorme Vereinsamungstendenzen fest“, sagt er. Die Zahl der Menschen, die kaum noch Kontakte haben, die sich kaum trauen, ihre Wohnungen zu verlassen, nehme stetig zu. „Das berührt uns zutiefst“, sagt Salzmann. Deren Isolation zu durchbrechen, sei eine Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft. Auch Kanzler Olaf Scholz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hatten die Bürger in ihren Neujahrsansprachen zu mehr Zusammenhalt und Solidarität aufgerufen.

Begleitet wird die Vesperkirche wie in den Anfangsjahren von einem umfassenden Kultur- und Rahmenprogramm. Dazu zählen die täglichen Kurzkonzerte der beiden Gütersloher Musikschulen (16 und 18 Uhr), die täglichen Denkanstöße („spirituelle Impulse“, mittags und abends), die Seelsorge und Beratungsangebote, die beiden interreligiösen Gottesdienste am Eröffnungs- und am Schlusstag.

Neu, dank einer Kooperation mit dem Kreissportbund,  ist das Angebot „Sport in der Kirche“: An drei Nachmittagen wird es zwischen den Kirchenbänken rhythmisch,  sportlich, irgendwie gymnastisch zugehen. „Wir sind gespannt, wie das ankommt und was sich daraus entwickelt“, sagt Ludger Osterkamp. Geplant sei, dass Übungsleiter von Vereinen in die Kirche kommen und die Teilnehmer anleiten.

Reizvoll auch die Idee von Steffen Böning, den Nachmittagskuchen unter anderem von der Volkshochschule zu beziehen: Die VHS hat dafür eigens Kurse mit dem Titel „Backen für die Vesperkirche“ aufgelegt – Anmeldungen schon möglich.

Beim Kulturprogramm sind die Organisatoren noch beim Feinschliff. „Einiges steht aber schon fest“, sagt Dörte Sonnabend. Ein Rudelsingen mit Heike Hagenlüke, ein Quizabend mit Matthias Borner, ein Stummfilm mit Klavierbegleitung von Jens Hullermann, Filmvorführungen, ein Konzert, der Auftritt eines Impro-Theaters: Das Programm werde abwechslungsreich sein, verspricht Sonnabend.

 

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