Wie über 23 Tonnen recycelter Stifte Flüchtlingskinder im Libanon unterstützen

Über 23 Tonnen Stifte wurden eingesandt. Das entspricht dem unglaublichen Gewicht von etwa 20 Kleinwagen“, berichtet Irene Tokarski stolz. „Wir danken allen, die diese Mitmach-Aktion zu einem solchen Überraschungserfolg gemacht haben“, so die Geschäftsführerin des Deutschen Weltgebetstagskomitees. Im Vorfeld des Weltgebetstags 2018 hatte das deutsche Komitee der ökumenischen Frauenbewegung die ungewöhnliche Recycling-Aktion ins Leben gerufen. Vom Allgäu bis nach Helsinki sammelten seit dem tausende Ehrenamtliche leere Plastikstifte. Für jeden Stift gab es einen Cent. Mit diesem Geld unterstützt der Weltgebetstag nun syrische Flüchtlingskinder im Libanon.

 

Auch im Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh haben evangelische und katholische Kirchengemeinden, die kreiskirchliche Verwaltung, kirchliche Einrichtungen und Institutionen leere Stifte gesammelt, dazu wurden in Finanzämtern, Filialen der Sparkassen und Banken, in Rathäusern und Schulen Sammelbehälter aufgestellt und die gefüllten Kartons in die Gemeindehäuser getragen. Hier sind sagenhafte 200 Kilo zusammengekommen, also rund ein Prozent aller in Deutschland gesammelten Stifte. Ulrich Granow, Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh, ist immer wieder an die Stützpunkte gefahren und hat die Kartons zunächst bei sich Zuhause gestapelt und schließlich an die Recyling-Firma Terracyle, die auf schwer recycelbaren Abfall spezialisiert ist, geschickt. Pfarrerin Erika Engelbrecht (Gütersloh) dankt dem „Mann der Stifte“ für sein ehrenamtliches Engagement. „Vor einiger Zeit hatte Ulrich Granow mir einen Gutschein geschenkt, den ich für diese Aktion eingetauscht habe“, berichtet die Pfarrerin und überreicht ihm als Dank einen Kugelschreiber aus Marzipan. Mit ihr freut sich Anita Biermann vom Bezirksverband der Frauenhilfe im Kirchenkreis Gütersloh: „Ich habe nicht gedacht, dass die Aktion so viele Menschen mobilisiert.“

 

Bundesweit und auch im Ausland haben sich mehr als 2.500 Sammelstellen an der Aktion beteiligt, die zum 31. Januar 2019 erfolgreich beendet wurde. In Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten, Behörden und Ämtern, Weltläden, Supermärkten und Geschäften, kirchlichen Stellen, Arztpraxen, Unternehmen, Hochschulen, Bibliotheken und sogar bei der Polizei wurden leere Stifte für den guten Zweck abgegeben.

 

Auch im Kirchenkreis Gütersloh kam die Aktion, die Mädchenbildung und Umweltschutz verbindet, gut an. In vielen Gemeinden wurden zusätzliche Spenden eingesammelt. Dank dieser zusätzlichen Spenden und den mehr als 23.000 Kilogramm eingesandter Stifte konnte die Projektsumme von 33.000 Euro für syrische Flüchtlingskinder im Libanon erreicht werden. Dort unterstützt der Weltgebetstag die Arbeit seiner Partnerorganisation „Beit el-Nour“ („Haus des Lichts und der Hoffnung“). Seit Kriegsbeginn in Syrien sind mehr als eine Million Menschen ins Nachbarland Libanon geflohen. Viele Kinder gehen seit Jahren nicht mehr zur Schule. Aus Perspektivlosigkeit und wirtschaftlicher Not verheiraten immer mehr Eltern ihre oft noch minderjährigen Töchter. Mit Unterricht und Therapie gibt das Team von „Beit el-Nour“ 200 Mädchen in zwei Flüchtlingslagern wieder Hoffnung. „Die Zahl früh zwangsverheirateter Mädchen nimmt erschreckend zu“, berichten die Mitarbeitenden von „Beit el-Nour“, „um dagegen zu kämpfen, hilft es, wenn viele Mädchen den Schul-Unterricht besuchen können.“

 

Sollten über den 31. Januar 2019 Spenden für die Aktion „Stifte machen Mädchen stark“ eingehen, werden damit die weiteren Bildungsprojekte des Deutschen Weltgebetstagskomitees unterstützt. In Europas größter Roma-Siedlung nahe der mazedonischen Hauptstadt Skopje beispielsweise wird ein Projekt gefördert, das jungen Frauen Schulbesuch und Ausbildung ermöglicht.                fra

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