Region Ost – Konzeption 2011

Hier für Interessierte die Überlegungen zur Konzeptionsentwicklung der Ev. Kirchengemeinde für unsere Region rund um die Erlöserkirche:

  • Dokumente

    Finanzübersicht über den Haushalt 2011

    Ab dem Jahr 2012 muss die Region weiter sparen. Küsterin B. Tischler steht vor dem Ruhestand. Ein vollwertiger Ersatz wird wahrscheinlich nicht mehr finanzierbar sein. Ein wirklich großes Einsparpotenzial wird in dem Regionalhaushalt nicht mehr gesehen, ohne die gesamte Arbeit zu gefährden. Schon jetzt wird Vieles über Spenden finanziert.

    Geschichte der Region

    Das Zusammenwachsen von Markus und Erlöser ist relativ gut verlaufen, auch wenn die Abgabe des Markus-Zentrums vor gut 10 Jahren bei den älteren Gemeindegliedern noch nachwirkt.
    Mittlerweile gehören Teile von Spexard und die Determeyer-Siedlung zur Region Ost. Die Menschen dort fühlen sich oft noch sehr zu ihrer alten Kirche (Matthäus) hingezogen. In jedem KU-Jahrgang entscheiden sich einige Jugendliche für die Teilnahme am KU der Region Süd.

    Demographische Daten

    Die Region Ost schrumpft in ihrer Mitgliederzahl jährlich. Die Tauf- und Konfirmationszahlen sind allerdings noch relativ beständig, wobei die Taufquote besser sein könnte. Ein dramatischer Abfall dürfte in den kommenden drei Jahren noch nicht zu erwarten sein.
    Auffällig: In unserer Region gibt es relativ viele gemischt konfessionelle Lebens-gemeinschaften. Damit können viele Menschen auch außerhalb unserer Gemeinde angesprochen werden. Es gehören weniger Männer als Frauen zur Gemeinde.
    Zusätzliche Beobachtung:
    Nachdem viele gemeindeverbundene Ältere in den letzten Jahren verstorben sind, konnte dies noch nicht recht kompensiert werden und so hat der durchschnittliche Gottesdienstbesuch ein wenig abgenommen.

    Ergebnisse der Mitarbeitenden-Befragung

    Die Werte für die Region Ost sind oftmals gut, besonders wenn es um Zufriedenheit und Atmosphäre geht. Die Jugendarbeit wird als sehr wichtig angesehen und die Bedeutung der Region gegenüber den gesamtgemeindlichen Aufgaben wird mit 70 zu 30 eingestuft.
    Allerdings wird die Zusammenarbeit unter den Ehrenamtlichen als nicht so gut bewertet.

    Bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit

    Die Studie hat ergeben, dass die Jugendlichen den sonntäglichen Gottesdienst nach ihrer KU-Zeit nicht besser bewerten als vorher.
    Außerdem bekommen Gemeinden, die ein Konfi-Camp durchführen, bessere Werte sowohl was den Spaßfaktor, die persönliche Begegnung als auch die Inhalte betrifft.
    Zusätzlich positiv ist das Einbeziehen von ehrenamtlichen Mitarbeitenden in die KA (so wie es in der Region Ost geschieht!).

    Studie zu den Milieus in Deutschland (vgl. Claudia Schulz/Eberhard Hausschildt/Eike Kohler, Milieus praktisch. Analyse- und Planungshilfen für Kirche und Gemeinde, Göttingen 22009)

    6 Milieus lassen sich in der Kirche feststellen:

    • Die Zurückgezogenen – werden über Geburtstagsbesuche erreicht
    • Die Hochkulturellen – werden in der Region Ost kaum erreicht
    • Die Geselligen – können bei uns gut angesprochen werden
    • Die Bodenständigen – sind der Gemeinde verbunden und werden erreicht
    • Die Mobilen – sind schwer anzusprechen, wenn dann punktuell
    • Die Kritischen – finden in der Region Ost eher kein Betätigungsfeld
  • Profil

    Nach der Aufgabe des Markus-Gemeindehauses sind die Pfarrbezirke Markus und Erlöser zur Gemeinde an der Erlöserkirche zusammengewachsen. Die Gemeinde hat durch diesen Zusammenschluss an Lebendigkeit gewonnen. Sie profitiert von der räumlichen Nähe von Kirche und Kindergarten und bietet vielfältige Formen von gottesdienstlichen Angeboten.

    Unsere Stärken liegen weiterhin in der Kinder- und Jugendarbeit, in der langen Tradition fortschrittlicher Konfirmandenarbeit (Block-Unterricht und Konfi-Camp), in Kindergarten (ab 2010 Umsetzung des Kneipp-Konzeptes, wöchentlicher Abschluss in der Kirche, Gemeindefest, Familiengottesdienste) und  Bläserchor und (so hat es die Mitarbeitenden-Befragung gezeigt) auch in einer positiven Grundstimmung.
    Die Region Ost versteht sich als die freundliche Gemeinschaft mit der frohen Botschaft, in der Menschen miteinander glauben und leben. In ihr erfahren Menschen Gott in ihrer Nähe (z. B. erlebbar in den vielfältigen Formen der Feier des Abendmahles für alle Altersgruppen oder in unterschiedlichen Formen von geselligen Treffen, aber auch in den unterschiedlichen Formen, wie der Gottesdienst gefeiert wird [s. Frühstücksgottesdienste oder das Feierabendmahl am Gründonnerstag, wöchentlicher Kindergottesdienst oder Sternstunde]).
    Die Erlöserkirche ist dabei Haus Gottes und Wohnzimmer der Gemeinde.

    Schwächen sehen wir in der Ökumene, die bedingt durch die Zurückhaltung vor allem auf katholischer Seite fast nicht stattfindet (Ausnahme: Schulgottesdienste), und für die Menschen mittleren Alters sowie Alleinstehende. Für Männer gibt es derzeit nur den Posaunenchor oder die Beteiligung an der Sternstunde.

    Zusammengefasst lautet unser

    Losungssatz:

    Die Gemeinde an der Erlöserkirche:
    Gemeinschaft erleben. Die Nähe Gottes mit allen Sinnen genießen.

    Ziele:

    Die Gemeindearbeit an der Erlöserkirche richtet sich besonders an die Milieus  der „Bodenständigen“ und der „Geselligen“ und versucht, durch engagierte Jugend- und Konfirmandenarbeit auch das Milieu der „Mobilen“ zu erreichen.
    Auf Dauer sollten auch die aus der Region Süd zur Erlöserkirche gewechselten Bereiche stärker integriert und verstärkt in die Gemeinschaft an der Erlöserkirche eingeladen werden.

  • Projekte

    Folgende Projekte wurden im Laufe der Konzeptionsfindung angegangen und sind zum Teil mittlerweile umgesetzt:

    - Die Frauen aus den Milieus der „Bodenständigen“, der „Geselligen“ und der „Kritischen“ im Alterbereich von 35 bis 55 Jahren sollen zu einer neuen Frauengruppe eingeladen werden. Dabei sollen erst einmal „Wohlfühl-Themen“ im Vordergrund stehen.
    Die „Auszeit“ für Frauen findet regelmäßig einmal im Monat an einem Montag statt.

    • Für Konfirmanden-Eltern soll ein begleitendes Programm gestaltet werden. Vier Termine dafür werden im Info-Heft für den nächsten Jahrgang angeboten.
      Mittlerweile läuft der zweite Konfi-Kurs mit dem Angebot für Eltern.
    • Eine Gottesdienstgruppe soll sich mit der Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes beschäftigen und ein Gottesdienst-Modell entwickeln, das möglichst viele Gemeindeglieder anspricht (besonders mit Blick auf die anvisierten Milieus sowie auf Jugendliche und Konfirmanden). Dabei wird eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität im Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland angestrebt. 

    Ein neuer Gottesdienstablauf ist erstellt wird ab Pfingsten 2011 erprobt.

    Folgende Projekte werden angegangen:
    • Der neue Gottesdienstablauf wird bis Dezember 2011 erprobt. Dann wird eine Gemeindeversammlung einberufen und auf Rückmeldungen reagiert. (Anm.: Seit März 2012 ist der neue Gottesdienstablauf endgültig eingeführt.)
    • Die Väter der Kindergottesdienstkinder, der Kindergartenkinder und der weiteren Kindergruppen sollen zu Vater-Kind-Projekten eingeladen werden, um daraus längerfristig eine dauerhafte Vater-Kind-Arbeit sowie eine Männerarbeit zu entwickeln.

    Vorplanung im Sommer, Umsetzung bis spätestens 2012
    (verantwortl. Torsten Flöttmann)

    • Im Herbst 2011 findet zum ersten Mal ein Kindermusical in der Erlöserkirche statt. An der Vorbereitung sind möglichst ein breiter Kreis von Jugendlichen beteiligt. Die Haupt-Leitung liegt in den Händen von Pfr.n Brunken.
  • Region und Gesamtgemeinde

    Das bietet die Region Ost der Gesamtgemeinde:

    • Die Region Ost bietet der Gesamtgemeinde eine auf die Milieus der „Bodenständigen“ und „Geselligen“ ausgerichtete, einladende Gemeindearbeit, die sich über Beteiligung aus anderen Regionen freut.
    • Sie will weiterhin Motor in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein und ihre ehrenamtlichen Mitarbeitenden weiter ermutigen, auch in anderen Regionen tatkräftig mitzuarbeiten.
    • Sie ermuntert ihre Gemeindeglieder, auch Angebote in anderen Regionen sowie die Angebote der zentralen Arbeit wahrzunehmen, und setzt sich für ein weiteres Zusammenwachsen der Regionen ein.
    • Sie stellt mit der Erlöserkirche ihr Wohnzimmer als einen in Gütersloh einmaligen kirchlichen Ort für Veranstaltungen anderer Regionen, der Gesamtgemeinde und des Kirchenkreises zur Verfügung.
    • Sie lädt Menschen aus ganz Gütersloh besonders ein zum Bibelkreis, der meditativen Abendandacht und dem neuen Kindermusical.
    • Der Bläserchor der Erlöserkirche gestaltet zahlreiche Veranstaltungen der Gesamtgemeinde mit und betreibt eine engagierte und dabei kostenneutrale Nachwuchsarbeit.
    Das erwartet die Region von der Gesamtgemeinde:
    • ein ergänzendes Angebot für die Milieus der Hochkulturellen (Stadtkirchenarbeit, zentrale Kirchenmusik) und der Kritischen (MÖWe, Eine-Welt-Laden, Region Süd),
    • die Entlastung der regionalen Arbeit durch die Fachbereiche, wie sie bislang in den Bereichen Kindergarten und Jugendarbeit funktioniert.
    • eine Vernetzung der regionalen Angebote.
    • eine Verbesserung der Wahrnehmung regionaler Schwerpunkte, z.B. durch eine Darstellung im Gesamtteil des Gemeindebriefes.
    • die Förderung des Zusammenwachsens der Gesamtgemeinde, z.B. durch einen gemeinsamen Presbytertag oder durch einen Gütersloher Evangelischen Kirchentag „auf neutralem Boden“ (Stadthalle).