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Seit vielen Jahren besteht im Kreis Gütersloh ein Brasilien-Arbeitskreis - gegründet von Menschen, die aus verschiedenen Gründen eine Beziehung zu Brasilien haben - und der im Matthäus-Gemeindezentrum eine Heimat gefunden hat. So findet hier jährlich immer am Samstag vor dem 3. Advent auch eine brasilianische Weihnachtsfeier mit einem Gottesdienst in portugiesischer Sprache statt.

Durch die Arbeit dieses Kreises wird insbesondere ein Sozialprojekt in Ceilandia, einer Vorstadt der Hauptstadt Brasilia, unterstützt. Hier arbeitet die Diakonin Elli Stoef im "Haus der Hoffnung" (Casa da Esperanca) mit Straßenkindern, Kindern also, die aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen und kein Zuhause haben. Im "Haus der Hoffnung" erhalten sie ihre Mahlzeiten, es wird auf ihre Schulausbildung geachtet, sie erhalten Weiterbildungsmöglichkeiten (im Garten, in der Schreinerei, am Computer, ...) und so eine Perspektive für einen sinnvollen weiteren Lebensweg.

Eine weitere enge Partnerschaft der Region Süd besteht zur Gemeinde Pilão Arcado im Bundesstaat Bahia. Diese Region im Nordosten des riesigen Landes wird auch als "das Armenhaus Brasiliens" bezeichnet. Hier betreut ein deutschstämmiger Pater die Gemeinde Santo Antônio, die über eine Fläche von 12.500 km² (mit einer Längenausdehnung von mehr als 300 km) verstreut wohnt. Ein großes Problem ist hier die Sicherung der Trinkwasserversorgung. In der semi-ariden Klimazone regnet es jährlich in zwei relativ kurzen Perioden (dann aber heftig), in der restlichen Zeit verdorrt die sengende Sonne alles. Hier wird insbesondere Unterstützung für den Bau von Trinkwasserzisternen geleistet, finanzielle Unterstützung finden aber auch die dem Gemeindezentrum angeschlossene Kindertagesstätte sowie die Geundheitsstation und eine Bibliothek mit Internetzugang.

Zu Ostern 2012 erreichte uns ein Brief, der die dramatische Situation nach einer beereits lang anhaltenden Trockenheit verdeutlicht. Lesen Sie diesen Brief hier selbst!

Zur Unterstützung des Projektes basteln Beate und Erich Brandt seit vielen Jahren mit nie enden wollender Kreativität und Ausdauer aus Wellpappe und verschiedensten Accessoires Grußkarten zu unterschiedlichen Anlässen, die sie an den Familiensonntagen in der Matthäuskirche, sowie nach besonderen Gottesdiensten, aber auch bei öffentlichen Veranstaltungen in Kattenstroth zum Verkauf anbieten. Seit der ersten Präsentation der Karten am 14. September 1997 wurden bis 2007 insgesamt 11.304 (!) Karten gebastelt und verkauft. Aus dem Erlös gehen je verkaufter Karte 50 €ct für die Sicherung der Trinkwasserversorgung durch Zisternenbau, aber auch für Bildungsprojekte und die Kinderbetreuung nach Pilão Arcado! Allein für das "Geschäftsjahr" 2009 konnten 572,50 € überwiesen werden!

Im Sommer 2009 besuchte Pater Wilhelm Mayer im Rahmen eines "Heimaturlaubs" auch unsere Gemeinde und berichtete nach dem Gottesdienst am 23. August (in dem er übrigens die Predigt hielt) aus erster Hand von den politischen und sozialen Problemen in Pilão Arcado.

In den Herbstferien 2010 reiste dann (nach einem Besuch im Herbst 2001) wieder eine 12-köpfige Delegation aus Gütersloh nach Bahia, um den gegenseitigen Gedankenaustausch zu vertiefen.Der Kontakt zu Gemeindemitgliedern war vielfältig: auf dem dortigen Gemeindefest wurde zusammen gefeiert (dabei auch deutsches Liedgut präsentiert), es fand ein Zusammentrffen mit dem Gemeindebeirat statt, bei dem die unterschiedlichen Strukturen der beiden Gemeinden erläutert wurde und bei einer gemeinsamen Bibelarbeit zum "Barmherzigen Samariter" wurde die Einheit aller Christen, die durch die Texte der Bibel miteinander verbunden sind, deutlich. 

Im Juli 2011 erfolgte ein Gegenbesuch einer kleinen Delegation aus Pilão Arcado in der Region Süd besuchen.

Pilão Arcado liegt am zweitgrößten Fluß Brasiliens, dem Rio São Francisco, der hier in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu einem riesigen Wasserreservoir aufgestaut wurde.  Dieser Stausee kommt aber weniger der Landbevölkerung, sondern in erster Linie internationalen Industriekonzernen zur Sicherung ihres riesigen Wasser- und Energiebedarfs zu Gute.

Zum Einzugsgebiet der katholischen Kirchengemeinde mit Pater Wilhelm als professionellem Seelsorger, der regional von mehreren Laien, sog. Pastoralassistenten unterstützt wird, gehört ein Gebiet mit einer Fläche von rund 12.500 km², zum Teil am Fluß gelegen und von ihm geprägt, zum größten Teil aber trockene Buschsteppe ("Sertão"). So unterschiedlich die Lebensräume der einzelnen Gemeindemitglieder sind, so differenzierter sind auch ihre wirtschaftlichen und sozialen Probleme.

In den Jahren 2001 und 2010 besuchte eine jeweils ca. 10-köpfige Delegation der Region Süd ihre brasilianische Partnergemeinde, um sich vor Ort  ein Bild von den dort herrschenden politischen und sozialen Problemen zu verschaffen und so gezielte Maßnahmen zur Unterstützung einleiten zu können. In mehreren öffentlichen Veranstaltungen wurde hinterher von den Erfahrungen berichtet.

Im Juli 2011 erfolgte dann ein Gegenbesuch: Pater Wilhelm kam mit 4 Gemeindegliedern nach Gütersloh. Sowohl in und nach den Gottesdiensten, aber auch bei vielen Treffen mit unterschiedlichen Gemeindegruppen kam es zu intensiven persönlichen Kontakten, die sicherlich helfen, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.