Geschichte der Martin-Luther-Kirche

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Gütersloh nur die Apostelkirche, die von den evangelischen und katholischen Christen über 300 Jahre gemeinsam genutzt wurde. Im Zuge der Industrialisierung wuchs die Stadt. Bestärkt durch die Erweckungsbewegung wurde die heutige Martin-Luther-Kirche durch den Wuppertaler Architekten Christian Heyden (1803-1869) in den Jahren 1875-1861 als neugotische Hallenkirche errichtet. Zunächst als reine Predigtkirche konzipiert, bot sie 1700 Menschen Platz. Mit schlanken, hohen Pfeilern und gelungenen Proportionen vermittelt sie einen lichten, weiten Eindruck.

Sie hieß zunächst schlicht "Neue Kirche". Im Jahre 1900 wurde sie auf Grund des bedeutenden Altarbildes "Auferstehung" von Otto Mengelberg in "Auferstehungskirche" umbenannt. Im Jahre 1933 erhielt sie aus Anlass des 450. Geburtstages von Martin Luther schließlich den heutigen Namen "Martin-Luther-Kirche".

Im Krieg kaum beschädigt und deshalb im wesentlichen bis heute original erhalten, erfolgte in den 60er Jahren eine umfassende Neugestaltung des Altarraumes nach Entwürfen von Prof. Werner March und neuen Altarfenstern von Professor Max Ingrand, Paris.

Im Zuge einer Neukonzeptionierung der Gemeindearbeit in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie zur Kirche für die Stadt mit heute 1100 Sitzplätzen. Sie ist Heimat des Bachchores Gütersloh mit vielen herausragenden kirchemusikalischen Aufführungen.

Historische Postkarte um 1950, Ansicht von Süden

Altarraum um 1910

Historische Orgel, nach 1911

Historischer Vorplatz der Kirche um 1900